Rente: Konzept der jungen Koalitionsabgeordneten

Mit wie viel Rente können wir im Alter rechnen?

Mit wie viel Rente können wir im Alter rechnen?

Dass die Renten sicher seien, hat sich schon lange kein ernstzunehmender Politiker mehr zu verkünden getraut. Von Norbert Blüm wurde die heute noch unumstößliche Wahrheit propagiert, die gerade in der heutigen Zeit, die durch Finanzkrise und unvorteilhafte demoskopische Strukturen geprägt ist, den meisten klar, dass unser Rentensystem reformbedürftig ist. Es hat zwar lange Zeit gut funktioniert, aber muss sich auch den neuen Gegebenheiten anpassen. Dieses haben auch einige Politiker erkannt, und so kam es zur Veröffentlichung eines neuen Rentenkonzepts durch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Mit diesem erklärten sich aber eine Gruppe junger Unions- und FDP-Politiker nicht einverstanden und legten nun ihre eigenen Vorschläge vor.

In dem Gegenentwurf geht es darum, gerade Geringverdienern die Konditionen für eine zusätzliche private Rentenabsicherung zu vereinfachen. Es müsse sich auch für Menschen, die nur wenig verdienen, auch lohnen, selbstständig und eigenverantwortlich für ihre Zukunft vorzusorgen, um auch im Alter noch eine lebenswerte finanzielle Situation vorzufinden. Es bestehe die Gefahr, das Menschen, die mit Weitblick agieren und Vorsorge treffen, am Ende genau so gut bzw. schlecht dastünden, im Gegensatz zu denjenigen, denen die nicht vorsorgten. Verantwortung sollte belohnt und unterstützt, keineswegs bestraft werden, führen die 14 jungen Politiker an. Ein anrechnungsfreier Freibetrag von etwa 100 € monatlich soll die vermisste Gerechtigkeit wieder herstellen. Bisher werden alle privaten Vorsorgeleistungen mit der Grundsicherung verrechnet, das neue System ist zudem rein mit steuerlichen Mitteln finanziert. Von der Leyens-Modell sieht dagegen vor, die Grundsicherung von derzeit durchschnittlich 688 € auf maximal 850 € zu erhöhen. Sie sieht im anderen Vorschlag keine Lösung für die Schieflage zwischen Einzahlern und Rentenempfängern und befürchtet zudem enorme staatliche Mehrausgaben, für die das Geld fehle. Die Diskussion um die Lösung des Rentenproblems ist derart komplex, dass wohl noch lange über das beste Konzept gestritten werden wird. Jede Lösung wird selbst nach ihrer Umsetzung wieder überprüft und gegebenenfalls den geänderten Verhältnissen angepasst werden müssen.

Bilderrechte: © panthermedia.net/ 11810 (Rainer Junker)

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