Kindersterblichkeit durch Ärztemangel erhöht

Projekt Save the children, Foto: colegio base_flickr
Überall in der Welt fehlt es an Gesundheitskräften, vor allem in den sogenannten Entwicklungsländern. Nach einer Schätzung der Hilfsorganisation “Save the Children” mangelt es weltweit an ungefähr 3,5 Millionen Ärzten und Krankenschwestern. Auswirkungen des Ärztemangels betreffen vor allem Kinder. In einer Studie vergleicht die Organisation die medizinische Versorgung von Kindern in 161 Ländern. Gewinner der Studie ist die Schweiz, am schlechtesten ergeht es Kindern in der weniger bekannten Republik Tschad in Zentralafrika, wo die durchschnittliche Lebenserwartung bei traurigen 48 Jahren liegt. Unterboten wird dieser Wert nur von Malawi in Südostafrika. Deutschland befindet sich auf einem guten zehnten Platz, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt hier bei 80 Jahren. Am ältesten werden durchschnittlich Menschen in der Republik San Marino, die in Italien liegt, und in Japan mit 83 Jahren.
Ob ein Kind gesund aufwächst, hat maßgeblich mit der medizinischen Versorgung in seinem Heimatland zu tun. Die schockierenden Ergebnisse der Studie: In 20 Ländern dieser Welt gibt es derzeit nur zwei Fachkräfte auf 1.000 Kinder. Millionen von toten Kindern könnten durch eine bessere medizinische Versorgung und mehr Fachpersonal verhindert werden.
Viele Menschen sind zwar bereit zu helfen. Aber berichtet wird über die verheerenden Zustände meist erst, wenn es schon zu spät ist oder sich kein relevanteres Thema für die “1. Welt” finden lässt. Auch die Politik schaut weg. Deswegen sind Hilfsprogramme wie das von “Save the Children” beinahe die einzige Hoffnung für hunderttausende Familien. Sie ist die weltweit größte unabhängige Kinderrechts-Organisation und leistet schon seit Jahrzehnten in Afrika aktiv Entwicklungshilfe. Rund 300 Mitarbeiter, darunter viele Einheimische, arbeiten derzeit allein in Kenia. Auch während der Hungersnot in Somalia waren die Hilfskräfte in ständiger Bereitschaft. Der Hauptsitz von “Save the Children” ist in London, insgesamt ist die Organisation in 120 Ländern aktiv. Ihr Schwerpunkt liegt im Ausbau der Schulen, dem Schutz vor Gewalt und der Verbesserung der medizinischen Versorgung. Sie erhielten für ihre Kampagne zum internationalen Verbot von Landminen 1997 den Friedensnobelpreis.