Ikeas Fertighäuser in Deutschland ein Flop

© talgo89 - Fotolia.com

© talgo89 - Fotolia.com

Obwohl das Konzept des schwedischen Möbelbauers IKEA auch in Deutschland seit Jahrzehnten aufgeht, hat sich der Konzern mit dem Verkauf von Fertighäusern auf dem hiesigen Markt ganz schön verzockt: Weder werden die fertigen Wohnlösungen mehr aktiv angeboten, noch sind sie auf Nachfrage verfügbar.

Vor zwei Jahren wehte in der IKEA-Zentrale noch ein ganz anderer Wind: Ein großes Bauprojekt wurde angekündigt, eine ganze Siedlung mit Häusern von IKEA sollte in Zusammenarbeit mit dem Tochterunternehmen Boklok in Wiesbaden-Auringen entsehen. Bis heute gibt es nur acht Häuser vor Ort. Auch der Geschäftsführer von IKEA Deutschland, Peter Betzel, gab zu, dass IKEA erst lernen musste, dass der Hausbau in Deutschland eben anders als in der Heimat Schweden funktioniert. Dabei gibt es auch in Deutschland viele erfolgreiche Unternehmen, die sich auf Fertighäuser und Wohnlösungen spezialisiert haben. Über alternative Anbieter im Bereich des Fertig- und Massivhausbaus kann man sich übrigens dort informieren. Und auch trotz der Panne in Wiesbaden-Auringen hat IKEA das Projekt Fertigwohnen in Deutschland noch nicht komplett aufgegeben.

In anderen europäischen Staaten klappt es im Gegensatz zu Deutschland auch gut: In London werden die schwedischen Möbelbauer sogar ein ganzes Stadtviertel entwerfen. Im Bezirk Strand East besitzt IKEA elf Hektar Land. Dort sollen in den kommenden Jahren 1.200 Häuser und Wohnungen entstehen, neben einem Hotel, Verkaufsflächen und Büros. Auch auf Umweltschutz und Sauberkeit soll ein vermehrtes Augenmerk gelegt werden. Deswegen soll Autoverkehr im Londoner IKEA-Viertel auch Tabu sein: Straßen sollen wenn überhaupt unterirdisch verlaufen, statt Privatverkehr sollen Busse genutzt werden.

Während das Konzept für Deutschland nun überarbeitet wird, wie es offiziell aus der deutschen Firmenzentrale von IKEA heißt, und der Verkauf von Fertighäusern ruht, wagt sich IKEA andernorts auch in den Bau und Betrieb von großen Einkaufzentren vor. Auch in Lübeck soll nächstes Jahr das „Skandinavien-Center“ eröffnen. Bleibt zu hoffen, dass das Projekt mehr Erfolg als die nie fertiggestellte Fertighaus-Siedlung haben wird.

Hinterlasse eine Nachricht