Hartz IV-Satz steigt um 2,1 Prozent

Der Hartz-IV-Satz steigt - aber ist das genug?

Der Hartz-IV-Satz steigt - aber ist das genug?

Hartz-IV-Empfänger erhalten ab dem kommenden Jahr eine 2,1-prozentige Erhöhung ihres Regelsatzes. Für die 6,1 Millionen Hartz-IV-Bezieher bedeutet das einen monatlichen Regelsatzanstieg von acht Euro. Faktisch erhalten sie ab dem nächsten Januar 382 Euro monatlich.
Ältere Kinder von Langzeitarbeitslosen werden bei der Erhöhung ebenfalls mit bedacht. Dies ist seit der Hartz-Reform im Jahr 2010 nicht mehr geschehen.

Die Aufstockung der Regelsätze entspricht der Rentenerhörung vom Juli dieses Jahres. Bevor die Erhöhung der Regelsätze gänzlich gebilligt werden kann, bedarf es jedoch dem Einverständnis des Bundesrates.
Die Berechnung der Regelsätze, die sich den Löhnen und Preisen angleichen sollen, erfolgt dann zum nächsten Jahr.

Kinder zwischen sechs und 18 Jahren werden in die Berechnung nicht mit einbezogen, da man 2010 bei der Regelung der Hartz-Reform festgestellt hat, dass die Sätze zu hoch sind. Sie sind damals nicht gekürzt worden, doch nun erwartet die Hartz-IV-Empfänger eine Überhangskürzung, die mit der jetzigen Erhöhung verrechnet werden soll.

Somit ergibt sich folgende Berechnung: Der Hartz-IV-Satz steigt für den Partner auf 345 Euro und somit um acht Euro. Kinder bis zu sechs Jahren bekommen einen Satz von 224 Euro. Damit ist ein Plus von fünf Euro zu verzeichnen. Für Kinder von sieben bis 14 Jahren wird der Satz um sechs Euro auf 255 Euro erhöht. Bei Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren wird der Regelsatz auf 289 Euro angehoben. Das macht ein Plus von sechs Euro.
 
Laut des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ist die Erhöhung vollkommen ungenügsam, da Hartz-IV-Empfänger mit der neuen Berechnung der Sätze weniger erhalten, als sie 2005 bekommen haben. Sabine Zimmermann, Abgeordnete der Linken, befand die Neuberechnung der Sätze für „beschämend“. Auch SPD-Fraktionsvize Joachim Poß äußerte sich zu der freudig angepriesenen Erhöhung negativ. Für ihn sind die Sätze „rückwärtsgewandt“.

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