Betreuungsgeld nur für Gutverdiener

© somenski - Fotolia.com

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Was ist dran an der Behauptung, dass das Betreuungsgeld nur für Gutverdiener ein Gewinn ist? In den letzten Wochen haben viele Diskussionen in den Medien stattgefunden. Thema ist das Betreuungsgeld und die Irrtümer. So soll das Betreuungsgeld den Hartz-IV-Empfängern erst einmal ausgezahlt werden, doch diese 150 Euro sollen beim Hartz-IV-Betrag wieder mit einbezogen werden. Das heißt, wer die 150 Euro Erziehungsgeld erhält und gleichzeitig Hartz-IV-Empfänger ist, dem werden die 150 Euro wieder abgezogen. Klingt nicht sozial, soll aber so gehandhabt werden.

Auf diese Art und Weise würde das Betreuungsgeld nur den Eltern etwas bringen, die unabhängig vom Staat existieren können. Allen anderen wird das Geld nicht gegönnt. So sieht es der Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider. Er ist der Meinung, dass sich die Regierung nicht traut zuzugeben, dass sie den Hartz-IV-Empfängern dieses Geld nicht gönnt. Zudem hält er das Abziehen des Betreuungsgelds für unrecht. So dürfte seiner Ansicht nach das Betreuungsgeld nicht zum Einkommen hinzugezählt werden, denn das Betreuungsgeld zählt er nicht zum Einkommen dazu, sondern zur Anerkennungsprämie.
Problematisch sieht es ebenfalls mit der Annahme, das Betreuungsgeld würde falsche Anreize für Eltern schaffen. Die Gegner des Betreuungsgeldes behaupten, Eltern, die Hartz-IV erhalten und auch diejenigen, bei denen das Geld knapp ist, würden ihre Kinder mit Absicht zu Hause behalten. In diesen Familien wären jedoch die Defizite der Kinder in der ersten Klasse am größten. Die Befürworter des Betreuungsgeldes halten, das für übertrieben.
Fakt ist, es fehlen jedes Jahr Tausende von Betreuungsplätzen. Die Wartelisten sind lang. Nicht selten beantragen Eltern bereits vor der Geburt der Kinder einen Krippenplatz ohne Erfolg.
Das Betreuungsgeld sollte die Politik jedoch nicht zum Stillstand verleiten. Nur, weil gewisse Eltern die 150 Euro beantragen würden, bedeutet es nicht, dass es in Deutschland ein anderes Problem gibt, das sie angehen müssten. Alleinerziehende benötigen Krippenplätze, damit sie ihre Selbstständigkeit nicht verlieren. Aber auch Frauen, die einen Partner an ihrer Seite haben, wollen nicht dazu gezwungen werden, zu Hause bleiben zu müssen.

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